Ein tropfender Wasserhahn an einem Sonntagabend, ein Regal, das noch vor der Lieferung eines Möbelstücks befestigt werden muss, eine lose Sockelleiste im Flur: Jedes Heimwerkerprojekt beginnt mit derselben Frage – welche Ausrüstung ist im Schrank vorhanden? Die richtigen Werkzeuge zu Hause zu haben, erspart es einem, mit einem Küchenmesser zu improvisieren oder eine einfache Reparatur auf unbestimmte Zeit aufzuschieben. Bei der Auswahl kommt es weniger auf einen vollständigen Katalog als auf eine Prioritätenliste an, die sich an den tatsächlich anfallenden Arbeiten im Alltag orientiert.
Sicherheit vor dem ersten Bohrloch
Zuerst denkt man an Bohrmaschine, Hammer und Schraubendreher. Der persönliche Schutz kommt oft erst an zweiter Stelle, obwohl er für alles Weitere entscheidend ist.
Bevor man auch nur ein Werkzeug kauft, sollte man eine Grundausstattung für die Sicherheit zusammenstellen. Schutzbrille, geeignete Handschuhe und Ohrstöpsel decken die meisten alltäglichen Risiken ab: herumfliegende Splitter beim Bohren, Schnittverletzungen durch ein Sägeblatt oder anhaltender Lärm durch einen Winkelschleifer.
Sicherheitsschuhe werden beim Heimwerken oft vernachlässigt. Selbst auf einer kleinen Baustelle bei einer Renovierung kann ein schwerer Gegenstand herunterfallen. Ein Paar mit verstärkter Zehenkappe kostet weniger als ein Besuch in der Notaufnahme. Beim Schleifen, Sägen von Holz oder Umgang mit Chemikalien sollte man außerdem eine FFP2-Staubmaske tragen.
Vergleicht man die Ausrüstung von Bobo Le Brico mit dem, was man üblicherweise in einem Werkzeugkasten für Einsteiger findet, fällt auf, dass Sicherheitszubehör in den Startersets aus dem Baumarkt nur selten enthalten ist.

Handwerkzeuge für alltägliche Arbeiten: Was man wirklich jeden Monat braucht
Die Versuchung, ein Komplettset mit vierzig Teilen zu kaufen, kennen alle Heimwerker-Neulinge. In der Praxis decken fünf oder sechs Handwerkzeuge fast alle kleinen Arbeiten im Haushalt ab. Alles Weitere kommt hinzu, wenn es tatsächlich gebraucht wird – nicht, weil es gerade im Angebot ist.
Die Grundausstattung, die immer im Werkzeugkasten bleibt
- Ein Zimmermannshammer (etwa 300 g), um Nägel einzuschlagen, eine Verbindung anzupassen oder mit dem integrierten Nagelzieher einen Nagel herauszuziehen.
- Ein Satz Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendreher, am besten mit magnetischen Spitzen, damit Schrauben an schwer zugänglichen Stellen nicht verloren gehen.
- Eine Wasserpumpenzange, mit der sich sowohl eine Rohrverschraubung festhalten als auch ein Metalldraht biegen lässt.
- Ein fünf Meter langes Maßband und eine 30 Zentimeter lange Wasserwaage, denn Messen und Ausrichten gehören vor jeder Befestigung zu den häufigsten Arbeitsschritten.
- Ein Cuttermesser mit einziehbarer Klinge, praktisch zum Öffnen von Kartons, Zuschneiden weicher Beläge oder zum Abisolieren eines Kabels im Notfall.
Ein Detail wird oft vergessen: Die Qualität des Stahls der Schraubendreherbits ist genauso wichtig wie die des Griffs. Ein zu weicher Bit nutzt sich schnell ab, beschädigt den Schraubenkopf und macht aus einer schnellen Demontage eine mühsame Angelegenheit.
Wann ein Rollgabelschlüssel oder ein Satz Inbusschlüssel sinnvoll ist
Ein Rollgabelschlüssel ist nützlich, sobald man an Sanitärinstallationen arbeitet oder Möbel mit Schrauben und Muttern zusammenbaut. Inbusschlüssel liegen den meisten Möbeln zum Selbstaufbau bei, sind aber oft kurz und unhandlich. Ein L-förmiger Satz mit Größen von 2 bis 10 mm erleichtert das Festziehen erheblich.

Akku-Bohrschrauber und Elektrowerkzeuge: Nach dem Projekt auswählen, nicht nach dem Datenblatt
Der Akku-Bohrschrauber ist das vielseitigste Elektrowerkzeug für den Haushalt. Er schraubt und bohrt in Holz und dünnes Metall; mit Schlagbohrfunktion eignet er sich auch für Hochlochziegel. Ein 18-V-Modell mit Lithium-Ionen-Akku reicht für die meisten Heimwerkerprojekte völlig aus.
Das oft übersehene Auswahlkriterium ist nicht die maximale Leistung, sondern die Kompatibilität des Akkus. Viele Hersteller bieten eine Reihe von Werkzeugen an, die denselben Akkutyp verwenden: Stichsäge, Schleifmaschine, Baustellenlampe. Wer in ein einheitliches Akkusystem investiert, kann weitere Werkzeuge kaufen, ohne jedes Mal einen neuen Akku anschaffen zu müssen.
Eine wichtige Vorschrift für Akkus
Die EU-Batterieverordnung sieht ab Februar 2027 Anforderungen an die Entnahme und den Austausch bestimmter tragbarer Batterien vor. Ob sich der Akku eines Werkzeugs vom Nutzer selbst austauschen lässt, wird damit zu einem wichtigen Kaufkriterium. Die Verordnung enthält Ausnahmen für bestimmte Produktkategorien, doch die Entwicklung geht dahin, dass Hersteller leichter zugängliche Bauformen anbieten.
Für Sägearbeiten ergänzt eine Stichsäge den Bohrschrauber sinnvoll. Mit ihr lassen sich Bretter zuschneiden, Arbeitsplatten anpassen oder Ausschnitte in beschichtete Spanplatten sägen. Die Anschaffung ist überschaubar und das Werkzeug lässt sich leicht verstauen. Eine Handkreissäge oder Oberfräse ist dagegen eher für fortgeschrittene Arbeiten gedacht: Sie lohnt sich, wenn regelmäßig Tischlerprojekte anstehen, nicht vorher.
Mieten oder ausleihen statt kaufen: ein unterschätzter Tipp
Ein Bohrhammer zum Setzen von Dübeln in Beton, ein Bandschleifer zum Abschleifen eines Parkettbodens, ein Heißluftgebläse zum Entfernen alter Farbe: Solche Werkzeuge kommen manchmal nur einmal im Jahr zum Einsatz. Sie zu kaufen nimmt Platz in der Werkstatt weg und kann teuer werden.
Werkzeugbibliotheken und Verleihdienste ermöglichen den Zugang zu Spezialgeräten, ohne dass man sich um Lagerung oder Wartung kümmern muss. Manche bieten auch eine Einweisung an, wodurch sich das Risiko einer falschen Handhabung bei unbekannten Werkzeugen verringert.
Als Faustregel gilt: Wer ein Werkzeug voraussichtlich weniger als dreimal im Jahr braucht, fährt mit Mieten oder Ausleihen besser als mit einem Kauf. Verbrauchsmaterialien wie Dübel, Schrauben in verschiedenen Größen, Isolierband und Holzleim sollte man dagegen immer in einer kleinen Grundmenge zu Hause haben. Nichts ist ärgerlicher, als eine Montage wegen einer fehlenden Packung Schrauben unterbrechen zu müssen.

Einen Werkzeugkasten stellt man nicht mit einer einzigen Bestellung zusammen. Man beginnt mit der Schutzausrüstung und den wichtigsten Handwerkzeugen, ergänzt bei Bedarf einen Akku-Bohrschrauber und leiht sich den Rest. Die beste Heimwerkerausrüstung ist die, die man tatsächlich benutzt – nicht die, die ungenutzt in einer Schublade liegt.



